blech bearbeiten und phrasen dreschen

Wenn ich mir denke, dass ich mich verändern soll, dann graust mir.

Das Leben besteht aus Veränderungen.

Ich bin nicht bereit, denke ich mir. Ich brauche das eigentlich ja gar nicht, sag ich dann ganz bestimmt und laut. Ganz laut sag ich das dann.  Wenn ich da so vor mir her rede, dann ist mir immer wieder klar, dass Veränderung nicht das ist, was ich brauche. Ich muss mich nicht ändern. Was verdammt nochmal soll ich denn bitte anders machen? Es ist doch alles ganz so gut wie es eben ist, so solls doch auch bleiben.

Wenn der Prozess mal losgetreten ist, ist er nicht mehr aufzuhalten. Wenn die Massen einmal laufen , dann hält sie nichts mehr auf. Da erkennt man den Nachbarn nicht mehr. Da bleibt kein Stein auf dem anderen. Wenn der Zug mal fährt, fährt er und bleibt so schnell nicht mehr stehen.

Ich bin kein Lokführer.

Ich mach da nicht mit – ich nicht. Ich bin bereit zu bleiben wie ich bin. Ich bin mir selbst nicht wichtig, oder ist das eine Lüge?

Wichtig ist mir zu sagen, was eben gesagt werden muss! Es muss jetzt endlich aufhören, muss endlich Schluss sein mit lustig. Es kann doch nicht sein, dass alles immer so endet und dann weiß keiner nachher, warum und keiner will es wieder gewesen sein.

Sie: Hallo, ich bin Ester, kannst du mir kurz helfen?

Er: Sicher, was brauchst du?

Sie: Hilfe, ich brauche Hilfe!

Er: Ja sicher, das ist ja einfach.

Sie: Ich will mich verändern.

Er: Wauhh – das find ich cool – ich helfe dir dabei!

Sie: Danke – furchtbar nett von dir. Ich brauch dich auch nur kurz.

Er: Kein Problem, ich hab jetzt eh Zeit und nichts Dramatisches mehr vor.

Sie: Schön, da fällt mir ein Stein vom Herzen, ich schaff das nämlich nicht allein.

Er: Ich bin da – brauchst nur zu sagen, was ansteht und ich schaukle das.

Sie: Wie?

Er: Ganz locker vom Hocker!

Sie: Ich bin mal gespannt, wie du das machst. Ich meine jetzt nicht, dass du das nicht schaffst, aber…

Er: Vertrau mir…

Sie: Unendlich!

Er: Naja, dann mal los.

Sie: Mit was?

Er: Mit dir!

Sie: Das geht mir jetzt aber zu schnell, was glaubst du eigentlich?

Er: Ich glaub an dich.

Sie: Ich glaube an Veränderung.

Er: Das ist es, das ist das Motto.

Sie: Ich bin mir sicher, dass das Leben es gut mir meint.

Er: Ich hol mir noch ein Bier, und du?

Sie: Ich hab mir gerade ein Schnitzl bestellt.

Er: Trinkst du?

Sie: Wenn man sich verändern will, darf man nicht warten. Man muss jetzt anfangen, morgen ist es zu spät.

Er: Ich meine, dass es keinen Sinn macht, da auf etwas zu warten. Es kommt nichts raus aus der Warteschlange.

Sie: Ich warte nicht mehr lange.

Er: Dann lass es doch sein, sofort!

Sie: Drängst du mich jetzt, oder was?

Er: Nein, ich helfe nur, ich helfe.

Sie: Hilf mir bitte kurz.

Er: Ich hol dir ein Besteck, das Schnitzl kommt sicher gleich.

Sie: Danke – nimmst du mir ein Bier mit?

Er: Ich bin gleich wieder da, wartest du?

Sie: Auf dich?

Er: Und aufs Essen!

Sie: Und auf das, dass sich was ändert!

Er: Ich helfe dir jetzt sofort mit dem Besteck und dem Bier und …

Sie: Das tut schon sehr gut, dass wir reden können. Zusammen ist das Warten halb so langweilig.

Er: Ist dir langweilig?

Sie: Nur halb so viel, hab ich gesagt.

Er: Danke – dein Bier.

Sie: Sehr gut und prost.

Er: Hilfe – ich glaub, ich brauch Hilfe!

Sie: Warum?

Er: Gehen wir?

Sie: Ja!

Taschenkarambol

Es gibt diese Momente im Leben eines Mannes, da muss man einfach durch.

Und es gibt Unterschiede.

Der Unterschied zwischen normalen Mozzarella und Büffelmozarella ist ja wirklich überraschend vielschichtig. Obwohl sie beide Vertreter der gleichen Art von Milch-Weichkäse sind, ist der Büffelmozarella im Gegenzug zum normalen Mozzarella durch seine doch speziellen Eigenschaften, ein hervorstechendes Spezifikum. 

Nicht nur dass der namensgebende Unterschied ein Büffel ist und damit klar macht, von wem der Käse kommen, nein, die Kugeln sehen auch bei jedem leicht anders aus, lassen sich auch immer ganz anders bearbeiten und vor allen und jetzt kommt es – sie fühlen sich bei jedem ganz anders an – glaub ich. 

Auch ist an den Büffelmozarella meist relativ schwer ranzukommen. Nicht für jeden Menschen ist ein Büffelmozarella immer und sofort verfügbar. Wissenschaftliche Studien belegen, das zirka 50% der Menschheit, Büffelmozarella nicht immer in unmittelbar greifbarer Nähe haben. Das ist schon erstaunlich, nicht? 

Aber auch für die anderen 50% kommt es ganz auf die äußeren Umstände an, inwiefern sich der Zugang zum Käse erschließt.

Dann aber einen Büffelmozarella in der Hand zu halten, seine Finger um die leicht feuchten Käsekugeln zu schließen. Das angenehme Gefühl, wenn sich der Büffelmozzarella um die Glieder der Hand schmeichelt, sich verformt und den leichten Berührungen und Bewegungen der einzelnen Fingern anpasst, sie fast aufnimmt und umschließt. Und wenn man, der Mann, dann die Hand weiter schließt, den Raum verengt, dazu noch mit kraulenden Bewegungen die Masse vor sich her schiebt, zusammenkommt, dann, dann spürt man diese ungemein befriedigend flutschende, immer ausweichende und doch leicht elektrisierende Bewegung. 

Sie ist fast wie eine Flucht, aber eine aussichtslose, wo soll der Büffelmozarella auch hin, in seinem Sackerl? 

Verstehen sie von was ich rede, kommen sie mir nicht mit einer Schere, oder einem Messer, um die Verpackung zu öffnen und das Wasser rauszulassen –  Das interessiert hier wirklich keinem.

NICHT DENKEN – NEIN! FÜHLEN sie sich ruhig langsam in die Situation ein und wenn sie nichts in Griffweite haben, fragen sie ruhig ihren Nachbarn, er soll mit ihnen teilen.

Und dann schließen sie, schließen sie die Augen, genießen sie ganz den Gedanken an diesen gemeinsamen und erbaulichen Augenblick und dann frag ich sie – wie geht es ihnen?

Schauen Sie, dass ist Taschenkarambol!

Ich hätt nur gerne die Waltraud auch gesehen.

Hinter dem Zaun in Nachbars Garten hat die Waltraud Sieglmeier Sex.

Ich höre es ganz laut quietschen und auch knatschen. Ich höre sie stöhnen, ich vernehme ihr Schnaufen und auch ihr Schmatzen dringt mir ins Ohr. Und dann noch das Klatschen, das schnelle mechanische Klatschen, es klingt zu mir als ob sie von….

Ich weiß nicht wie, ich kann nichts sehn.

Der Zaun zu Nachbars Garten ist zu hoch. Zu hoch und auch noch viel zu dicht. Der Blätterwald versperrt den Blick, den ich erhaschen will.

Ich sehe vor lauter Wald die Waltraud nicht. Und wie ich mich auch dreh und wende, das Grün bleiben unerbittlich und lässt mir nur das Audio zu. Vom Visuellen her bleibt mein Bildschirm leer. Das Standbild ist und bleibt ein Zaun, ein grüner.

Doch weiter hören tu ich, bin noch immer quasi mitten drin und voll dabei. Ich bleib auch standhaft, wie ein edler Ritter. Halte mir nicht die Ohren zu, ertrage all dies lüsterne Geschrei.

Ich hätt nur gerne die Waltraud auch gesehen. Dann wär mir leichter um mein Herz, ich täte mein Mitgefühl besser ertragen und weiter gern am Zaun nur stehen.

So geht das Hörspiel recht munter weiter, ich noch immer mit der Hälfte meiner Sinne ganz und gar eingenommen und dabei. Doch muss ich sagen und erkennen, ich höre, es geht dem Ende zu.

Was soll ich nun? Ich denke mir, ich bleibe noch bis zum Schluss. Und wenn mir schon die Hälfte des Schauspiels nur vergönnt, dann will ich´s doch bis zum Ende als halbe Sache ganz genießen.

Mit dem gefassten Entschlusse, ist mir auch leichter um mein Herz. Ich brauch nicht mehr zu suchen nach dem Schlüsselloch im Zaun, ich schließ die Augen sogar. Und so verbringen wir die nächsten paar Momente, die einen voll beschäftigt mit finalen Aktionen und ich – ich spiele die Statue dazu.

Dann ist es vorbei mit Lärm und dem Getöse. Die Ruhe kehrt jetzt wieder ein. Kurz wart ich noch, lass meine Gedanken kreisen, dann öffne ich die Augen wieder.

Und eine Waltraud schaut mich an, fragt mich über meinem Zaun: „Und hat es ihnen auch gefallen?“

Ich sag: „Ich muss jetzt Rasenmähen!“

seelenruhig reisen

Wer bin ich wo und wohin treibt es meine Seelen?

Das fragt man mich und ich komme drauf, dass, wenn ich das jetzt schon wüsste, ich mir auf jeden Fall weniger auf die Nerven gehen würde.

Und so bleibe ich dann doch noch ein wenig länger bei mir sitzen, oder? Ich bin verwandt mit meiner Zukunft, verschwägert mit der Vergangenheit. Darauf werde ich mein Haus bauen, darin habe ich mir meine Familie gepflanzt, darum herum den Garten des Glücks.

Was machst du dabei eigentlich?

Du setzt dich für die Schwachen ein, für dich bleibt da genug Zeit. Es betreibt dir das Leben, ein Ringelspiel aus wiederholten Zeitlupen, die sich in Kreisbahnen um dein Zentrum bewegen. Ist da Platz für Ecken und Kanten?

Ich denke, du denkst darüber nicht nach.

Du beschwerst deine Bewegungsfreiheit mit Fesseln aus Glück, geformter Zorn aus der Gerechtigkeit dieser Welt. Oder war es die Ungerechtigkeit, die dir die frühlingshafte Stimmung in einen jähen Wetterumschwung blitzen lässt?

Wiederum bin ich überfragt.

Soweit bin ich im Bilde, es gibt uns alle wirklich relativ selten als Topmodel zu kaufen. Da würde ich uns eher als Schnäppchen bezeichnen. Auf der Jagd ist da wer? Wie kommen wir gemeinsam am schönsten, nein, am schnellsten in die ewigen Jagdgründe? Von einem Rabatt des Winterschlussverkaufes erlegt und zu Grabe getragen.

Wo soll das denn noch hinführen bitte?

Auf dem Friedhof der Gemeinsamkeiten, auf der Halde der Einigkeit wächst es, das Kraut der egoistischen Ichs, darauf gebe ich mir einen aus!

Und beschleunigen, ist das wirklich eine Überholspur?

Herum reißt es meinen Kopf, wenn ich hinter mir eine Veränderung zu spüren erdenke. Mit einem 3S-Blick wird es zur Gewissheit – Von links hinten kommen sie, die Dämonen, welche mich auf die Kreuzung zutreiben. Mein Besen stemmt sich gegen den Druck, doch der Stiel bricht sofort.

Dann steh ich da mit zwei Hölzern in den leeren Händen, dazwischen eine Bruchstelle. Eine Bruchstelle kann schnell eine Baustelle werden, solange mann das zuläßt und sich darauf einläßt. Ich werde das Mauerwerk Stein für Stein zusammenfügen, verlass mich auf den Sand darunter, dass sich eine Schwingung aus Unsicherheiten über die erbauten Grenzen legt. Jeder Zeit bereit, bereit, in sich zusammenzustürzen und unter sich die Einsamkeit begraben, darauf erblüht eine Gemeinsamkeit, nach einiger Zeit.

Blau ist das neue Grün und hinter den Ohren blüht eine Entzündung, die sich selbst auffrisst.

Aber ich kann doch glücklich sein, ich mag das Glück als ein Haar in der Suppe. Ich frage den Kellner, ob er mir hilft. Irgendwer hilft mir immer, ich helfe ja auch. Ich lege meine Hand an, meine Hände nicht in den Schoss, so ein Glück. Ein Lächeln umgarnt mich dann, wenn ich dann denke, anfange das Denken von einem Spüren verführen zu lassen.

Lass dich doch, lass es doch, lass dich doch gut sein, sag ich mir.

Und ich lege meine Seele ruhig zur Seite und schlage mein Herz.

und bitte zurück zum anfang

Der Staub legt sich. Legt sich nieder mit einer Stille.

Still bildet sich die Schicht.

Es schichten sich die Atome aufeinander.

Ein und ein anderer werden gemeinsam anders.

Wer wird anders?

Soll sich ein anderer darum kümmern.

Wem kümmerts schon, wem der Kümmel juckt?

Juckt es dich hin und wieder?

Wieder fall ich hin und bin ganz Ohr.

Lieg mir nicht in den Ohren mit deinen Sorgen!

Sorgsam streichle ich das Grün hinter meine Ohren.

Am Hintern hat jeder ein ordentliches Ekzem.

Eckzähne verhindern ein Verrutschen während des Kauvorganges.

Kau endlich ab!

Ab und zu reibe ich mir die Haut zwischen meinen Zehen, die entstehenden Fletzen dreh ich zu weißen, weichen Kugeln mit meinen Fingerspitzen.

Wer ist heute nicht nur spitze sondern auch Spitzenverdiener?

Verdiene genau das, was du verlangst!

Du bist lange nicht so gut, so lange es dich nur auf dem Boden gibt.

Lange schon denk ich an das Aufstehen, endlich den Raum über die Decke zu verlassen.

Lassen wir die Decke den Staub der Zeit einatmen.

und bitte zurück zum Anfang

Der erste Schritt ist immer der zweite

Es beginnt immer mit einem Anfang und am Anfang steht immer ein Beginn. Sobald das erst mal klar ist, ist der Rest schon quasi erledigt.

Ich werde dich anfangs fragen, ob du dabei bist. Ich werde dir in die Augen schauen und dann einfach die Frage stellen, ob du mit kommst.

Ich stelle mir vor, du sagst ja und ich stelle mir vor, ich sehe deinen Kopf dazu nicken und ich stelle mir vor, ich weiß, deine Augen schauen mich anfangs so ernst an, wie du es meinst. Aber dann ändert sich etwas und der Ernst verlässt dein Gesicht und wird von einer Sicherheit abgelöst. Von einem sicheren Lächeln und die Falten, welche sich dabei zwischen deinen Mundwinkeln und den Wangen breit machen, sind seichte Furchen deiner Gewissheit.

Und dann lach ich mit, beginne zu lachen und natürlich zaghaft, weil ich es eigentlich nicht glauben kann, noch nicht. Dann trau ich mir doch mehr Fröhlichkeit zu, schließe kurz die Augen, lass mich auf den Gedanken des Glaubens ein und lass es lachen. Leuchtstoff, ohne zu fackeln, fackle ich nicht und schau dich mit geschlossenen Augen an, sehe die Sterne deiner Zuversicht auf meiner Netzhaut als Milchstraße an Möglichkeiten. Mit offenen Augen lacht jetzt mein Gesicht als schallende Birne, die zu glühen beginnt.

Erst ein Anfang ist das Ende des Beginns.

Warum tust du mir das an und sagst einfach so ja? Was um alles in der Welt und um der Welt rundum, was bitte ist dir da in deine Gedanken hinein gedacht? Ich bin nicht vorbereitet auf diese Zustimmung, auf diese positive Grundstimmung. Nicht so einfach ja, das ist ja fast lächerlich.

Daraufhin schenken wir uns alle ein hochalkoholisches Getränk aus Schottland ein. Was wiederum dazu führt, dass wir uns in die Augen schauen und dann nicht mehr und dann nochmal und dann trinken wir gemeinsam. Und es spielt ein Lächeln um unser Gesicht, nur kurz verziehen wir uns, wenn der Alkohol seine Arbeit hinter unseren Lippen beginnt.

Solange es Augenblicke, Situationen, Möglichkeiten, Anlässe, Beziehungen, Wendigkeiten und die Menschen dazu gibt, die lächeln, die das Lächeln auf die Welt bringen. Sich anlachen, miteinander lachen, gemeinsam lachen. Und damit beginnen, gemeinsam einen Anfang zu lachen, einen Anfang machen.

Ich glaube an das Lachen, ich glaube an die lustigen Falten im Gesicht, ich glaube, ein Lächeln geht immer auf einen zu. Ein Lächeln ist ein Schritt, der eine Bewegung erzeugt, etwas bewegt. Uns bewegt, uns zu bewegen.

Dann ist der erste Schritt immer schon der zweite.

Ein Schlag

Allesamt sagen mir, dass sie sich immer schon mal herumgetrieben haben. Was um Gottes Willen, treib ich mich schon wieder mit diesem Schlag herum. Warum schlägt sich niemand auf die Stirn, wenn nicht wir und der schlagende Freundeskreis. Schlag heißt eine Disco, in Schlag ist das Lokal und Schlag heißt die Ortschaft, nicht weit von Freistadt im Mühlviertel entfernt.

Schlag mir aufs Ohr. Die Ohren sind in Schlag schon gefordert, mit all der lauten Musik. Genau, laute Musik spielen sie da in der Disco in Schlag. Laut und wild und, und schrecklich halt. Da verschlägt es einem gleich die Ohren, wenn man sie nicht zuhält bei dieser Musik

Darf ich jetzt Negermusik schreiben? Gesagt, getan.

Und außerdem gibt es in Schlag neben der Tanzfläche einen Stehbereich mit Spritzergläserauffangbereich. Sprich, einen Tresen, der sich optimal zum Abstellen von Spritzerweißweingläser eignet. In Schlag gibt es die, die Spritzergläser mit Henkel und dickem Glas. Nicht die bauchigen, dünnen, ohne Henkel, aber oft mit Weinrebenaufdruck verzierte Variante, welche sich nicht so gut werfen lässt. Die Henkelvariante ist schwerer, schwer liegt sie in der Hand. Besser gesagt, schwer baumelt der Henkel zwischen Daumen und Zeigfinger, bei 110km/h auf der Bundesstraße. Wenn sich das Glas mit der Hand außerhalb des Autos befindet. Die Augen, gerötet von der spät-frühen Uhrzeit und dem Weißweinspritzer aus dem jetzt leeren, aber immer noch schweren Henkelglas, welches sich im Fahrtwind schaukelt, die Augen sind Schlitze, Jagdschlitze auf der Pirsch nach dem Verkehrsschild.

Ein Schild auf dem Weg heim aus Schlag.

Im richtigen Moment geworfen, trifft das Glas und das Schild mit schönem Klang und einer schönen Geschwindigkeit von zirka 110km/h aufeinander. Das klingt sicher laut und zerbricht sich keinen Kopf ob der Splitter, die sich hinter dem davoneilenden Auto Richtung Straßengraben aufmachen.

Ob die Zitronenscheibe noch im Glas war? Mancher trinkt den Weißwein ja sogar mit Orange zum Sodawasser. Was wirklich nicht gesittet zu sein scheint.

Ich bin nicht sittsam, ich werfe auch gern mal. Und gestehe hiermit den Diebstahl. Den Tatbestand des Mitnehmens, unerlaubten Entwendens eines Glases mit Henkel und einer Zitronenscheibe aus der Disco Schlag in der Ortschaft Schlag in der Nähe von Freistadt im Mühlviertel.

Ich gebe es zu, und natürlich kommt damit nicht genug, noch die Tat der dreifachen Sachbeschädigung hinzu. Ich füge den Sachen Verkehrsschild und Weißweinhenkelglas und Zitronenscheibe jeweils eine Beschädigung zu. Obwohl, beim Schild und bei der Zitronenscheibe bin ich mir nicht wirklich sicher, ob mein schuldhaftes Handel eine Beschädigung nach sich zieht. Der Henkel ist aber sicher nicht mehr Herr seines vollständigen Glases, davon gehe ich dann doch aus. Die Geräusche des Zusammentreffens zwischen Schild und Glas waren entsprechend eindeutig, den Glasbruch betreffend.

Wir brechen noch nicht ab, noch lachen wir gemeinsam. Im Auto sitzen wir, sind wir vier oder fünf. Der Fahrer lacht auf jeden Fall auch, obwohl er nicht oder gar nicht mit Weißweinspritzer in Berührung gekommen ist. Die anderen im Auto schon, und alle haben sie eine Heiterkeit, die sich so gerne in der Disco Schlag in Schlag bei Freistadt im Mühlviertel einstellt. Diese Heiterkeit, die sich schlagartig erhöht, wenn das Glas das Schild trifft, ist es ein „Achtung Wildwechsel“ Schild?

Natürlich, was sonst! Es kann schon eine Heiterkeit auslösen, so ein Zusammentreffen von Gegenständen, die sich eigentlich nicht anziehen. Und dann trotzdem kurz gemeinsam ein Lachen in unser Gesicht zaubern können, bevor sie sich wieder trennen und einer in Scherben weitermacht. Ich hab die Zitronenscheibe nicht vergessen, auch die ist und bleibt, denn sie weiß genau wie wir alle, dass sauer lustig macht.

Und so treiben wir weiter, sind heiter und wissen, dass mit einem Schlag alles anders sein kann, aber auch nicht.

Der hier beschrieben Tatbestand ist sicher 20 Jahr her und damit wohl strafrechtlich verjährt, die Erinnerung daran gottseidank nicht.

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